ZDF-Sendung Frontal 21 „Eignet sich Laschet zum Klimakanzler?“

In der ZDF-Sendung Frontal 21 am 1.6.2021 wurde beim Thema „Eignet sich Laschet zum Klimakanzler? – Blockierte Energiewende in NRW“ auch unsere BI genannt. Es wurde gesagt, wir wollten den Windpark Rennweg verhindern, um den Wald zu schützen und den seltenen Schwarzstorch, der dort brüte. Als Experte wurde dazu der naturschutzpolitische Sprecher Dirk Jansen vom BUND befragt, der auf den gerodeten Flächen der einstigen artenarmen Fichtenplantagen folgende Statements abgab: „Das ist ein Vorwand (…) Der Schwarzstorch braucht gesunden Wald zum Brüten. (…) Also er brütet ja de facto in der Nähe. Aber Sie sehen ja hier, das ist potentiell für die nächsten 30-40-50-60 Jahre sicherlich kein Bruthabitat mehr. (…) Artenschutz ist ein wichtiger Belang, auch bei der Planung von Windenergieanlagen. Aber viele Bürgerinitiativen instrumentalisieren den Artenschutz, mißbrauchen den Schwarzstorch, um solche Planungen zu verhindern.“

Unsere BI stellt dazu fest: Berufsnaturschützern sollte bekannt sein, dass der Schwarzstorch mit seinem enormen Raumanspruch neben seinen Bruthabitaten auch kilometerweit entfernte Nahrungshabitate und somit entsprechende riesige Funktionsräume hat. Der Arten- und Habitatschutz ist durch geltendes, richterlich überprüfbares Recht geregelt. Bürgerinitiativen haben daher lediglich die Möglichkeit, auf Fakten und Konstellationen hinzuweisen, wie z.B. auf ein besonderes Schwarzstorch-Dichtezentrum Arnsberger Wald, das in den Augen der anderen Naturschutzverbände in NRW (NABU und LNU) seit mehr als 15 Jahren die Kriterien für ein Vogelschutzgebiet erfüllt. In solch sensiblen Arealen ist die generelle Vereinbarkeit mit der Windenergie bereits EU-rechtlich äußerst fraglich. Wenn hier jemand anzuprangern ist, dann sind es Personen, die sich nicht an geltendes Recht halten, z.B. Horstbäume fällen oder brütende Greifvögel vom Horst schießen. Wozu brauchen wir eine offizielle Anerkennung des Naturschutzverbandes BUND, wenn dieser nicht von dubiosen Lobbyisten der Windkraftindustrie zu unterscheiden ist?

In der Sendung traten auch die Investoren des Rennweg-Windparks auf den Plan. Sie wurden – untermalt mit apokalyptisch anmutender Musik – als aufgrund der Borkenkäferkalamität „verzweifelte“ Waldbauern dargestellt, die in den nächsten 30-50 Jahren keine Einnahmen mehr hätten. Sie forderten die Genehmigung von Windrädern auf diesen Kahlflächen, um wieder Geld zu verdienen und so die Möglichkeit zu haben, diese Flächen überhaupt wieder aufforsten zu können.

Unsere BI stellt dazu fest: Unternehmer, die jahrzehntelang mit nicht standortgerechten und daher hochriskanten Fichtenmonokulturen auf hohe Gewinne spekuliert haben, tragen – wie jeder andere Unternehmer auch – ein entsprechendes Unternehmerrisiko, auch wenn sie in der Vergangenheit mit dieser Strategie erfolgreich hohe Erträge eingefahren haben. Die Borkenkäferkalamität ist deshalb aus Sicht des jeweiligen Unternehmers vielleicht eine wirtschaftliche Katastrophe. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist die Entfernung der artenarmen Fichtenmonokulturen jedoch ein großer Segen. Diese Flächen bieten gerade jetzt die einmalige Chance, auch dort zukunftsfähige, klimaresistente Wälder aufzubauen und das riesige Ökosystem und die CO2-Senke Arnsberger Wald zu stärken. Naturschutzfachlich ist es dabei sogar eher wünschenswert, wenn der Wald sich einfach selbst überlassen wird. Das ist in einigen der Kyrillflächen schon jetzt zu sehen. Risikofreudige Unternehmer, welche zudem fünf- oder sechsstellige Summen allein in die Planung hochriskanter Windparks investieren, die in hochsensiblen Naturräumen liegen, stellen keinen Anlass dar, von der Allgemeinheit in irgendeiner Weise unterstützt zu werden. Es bedarf schon eines gerüttelt Maß an Dreistheit, Horstbäume zu fällen, den Klimaschutz opportunistisch zu instrumentalisieren und sich dann auch noch als potenzieller Weltretter aufzuspielen.